Editorial

08 / 2010

APEAL, der Verband der europäischen Weißblechhersteller, freut sich, Ihnen die zweite Ausgabe seines neuen Magazins „Steel for Packaging Update“ zu überreichen.

Highlights der zweiten Ausgabe sind ein Interview mit Julian Carroll, dem Managing Director von EUROPEN, der europäischen Organisation für Verpackung und Umwelt (European Organization for Packaging and the Environment), der schildert, welche Themen rund um Verpackungen in den kommenden Jahren auf der Agenda stehen werden; ein Überblick über das ehrgeizige ULCOS-Projekt (Ultra–Low Carbon Dioxide Steelmaking), der größten Initiative der Stahlindustrie zur Senkung von CO2-Emissionen und zur Eindämmung des Klimawandels; die neuesten Zahlen zum Recycling von Weißblechverpackungen, die belegen, dass in Europa mittlerweile 71% aller Stahlverpackungen recycelt werden – mehr als alle anderen Verpackungswerkstoffe, sowie eine Einführung in das deutsche Recyclingsystem. Außerdem beschäftigen wir uns in dieser Ausgabe damit, welche umfassenden Auswirkungen die kontinuierlichen Verpackungsstahlinnovationen in verschiedenen Marktsegmenten haben und wie sie es Markenartikelherstellern ermöglichen, Wettbewerbsvorteile zu erzielen und gleichzeitig die Anforderungen an die ökologische Nachhaltigkeit zu erfüllen.

Wir hoffen, dass Sie Steel for Packaging Update mit relevanten Informationen versorgt und dabei unterstützt, die Themen anzugehen, mit denen Sie sich tagtäglich beschäftigen. Um sicherzugehen, dass unser Newsletter Ihre Erwartungen und Bedürfnisse erfüllt und interessante Informationen für Sie bereit hält, möchten wir Sie bitten, uns Ihre Meinung zu unserem Magazin zu sagen. Wie relevant sind die Themen dieser Ausgabe und zu welchen Themen würden Sie gerne in der Zukunft mehr erfahren? Wir freuen uns, wenn Sie sich fünf Minuten Zeit nehmen, um unseren Online Fragebogen auszufüllen. Als Dank erhalten Sie eine CD mit Musik Ihrer Wahl. Näheres hierzu finden Sie auf www.apeal.org/feedback-de

Hugo Loudon,

Präsident von APEAL

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Kurznachrichten aus den Ländern

08 / 2010

Frankreich: Umweltkennzeichnungssystem

Frankreich hat den Weg für ein Umweltkennzeichnungssystem für Produkte des Massenmarkts bereitet. Das „Grenelle I“-Gesetz, das im August 2009 verabschiedet wurde, formuliert das Recht des Verbrauchers auf exakte, objektive und vollständige umweltrelevante Informationen zu allen Aspekten eines Produkts und seiner Verpackung. In einer Abstimmung wurde im Juni 2010 die Ratifizierung des „Grenelle II“-Gesetzes beschlossen. Dieses Ausführungsgesetz wird grundlegende Änderungen mit sich bringen, z.B. den Wechsel von einer freiwilligen zu einer verbindlichen Kennzeichnung. „Grenelle II“ hat auch festgelegt, dass die Einführung des Kennzeichnungssystems auf den 1. Juli 2011 verschoben wird. Vorgesehen ist eine Erprobungsphase von mindestens einem Jahr. Das Ergebnis dient als Grundlage für die Entscheidung, ob eine Umweltkennzeichnung auf breiterer Basis eingeführt werden soll.

APEAL und die nationalen Stahlindustrien beteiligen sich aktiv an ADEME-AFNOR1-Arbeitsgruppen. Diese beschäftigen sich mit methodischen Fragestellungen und mit Kommunikationsformaten. Diese Zusammenarbeit, die gegenwärtig immer noch läuft, führte zur Veröffentlichung der Norm BPX 30-323 (Regeln der guten Praxis), die einer regelmäßigen Überprüfung unterzogen wird, sowie einem ergänzenden Anhang zur allgemeinen Methodik (General Methodological Annex), der grundsätzliche Regeln für alle Produktkategorien definiert. Parallel dazu befürworten verschiedene marktspezifische Arbeitsgruppen, etwa für Nahrungsmittel und Kosmetikprodukte, besondere Umweltkennzeichen für die einzelnen Produktkategorien und diskutieren die Anwendbarkeit geltender Vorschriften.

Die Diskussion begann im September 2008 und wird aufgrund verschiedener offener Fragen noch fortgeführt. Hierzu zählen die Abgrenzung der Verantwortungsbereiche von Herstellern und Handel sowie Kontrollinstrumente und die endgültige Realisierung der Kennzeichnungen für Kunden. Darüber hinaus läuft eine Debatte über das sinnvolle Gleichgewicht zwischen der Verwendung von allgemein verfügbaren, generischen Daten und produktspezifischen Daten aus ökologischer und ökonomischer Sicht. Weiterer Klärungsbedarf besteht bei der Unterscheidung von Produkten derselben Kategorie und der erforderlichen Konformität des Kennzeichnungswortlauts unter Berücksichtigung der europäischen Richtlinien.

Weitere Informationen: http://affichage-environnemental.afnor.org/ (nur in Französisch)

Zweites Meeting der ISO TC122 SC4 Arbeitsgruppen – Globale Normen für Verpackung und Umwelt

Aufgabe der ISO TC122 SC4-Arbeitsgruppen ist die Entwicklung internationaler Normen für Verpackung und Umwelt auf Basis der bestehenden CEN-Normen (EN13427 bis EN13432) sowie der in Asien gültigen technischen Spezifikationen. Das zweite Meeting fand im Juni 2010 in Peking statt. Unter den Teilnehmern war APEAL-Experte Jean-Pierre Taverne im Auftrag der World Steel Association. Die Aufgabenliste wurde erweitert und umfasst nun die Entwicklung von Normen für allgemeine Anforderungen, Optimierung / Vermeidung von Abfällen, Wiederverwendung, Rohstoffrecycling, Energierückgewinnung, industrielle Kompostierung und anaerobe Zersetzung.

Für die chemische Aufbereitung wird keine Norm, sondern ein technischer Bericht erarbeitet. Das dritte Meeting wird im Oktober 2010 in Tokio stattfinden. Anschließend erreichen die Dokumente den Status der Ausschussvorlage (CD, Committee Draft). Gleichzeitig erhalten Vertreter anderer Interessengruppen die Möglichkeit zur Stellungnahme. Der Normentwurf (DIS, Draft International Standard) wird im Mai 2011 während der Konferenz in Atlanta vorgelegt. Anschließend ist die Finalisierung der Normen innerhalb von drei Jahren vorgesehen.

1ADEME (Französische Behörde für Energie- und Umweltmanagement, L’Agence de l’Environnement et de la Maîtrise de l’Energie); AFNOR (Französische Normungsbehörde, Association française de normalisation)

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Das Interview: Julian Carroll

08 / 2010

Julian CarrollEUROPEN (European Organization for Packaging and the Environment) ist eine Industrie- und Handelsorganisation, die für alle Unternehmen mit einem wirtschaftlichen Interesse an Verpackungen und verpackten Produkten offen ist. EUROPEN vertritt die Belange der Wertschöpfungskette in Bezug auf die Themen „Verpackung“ und „Umwelt“.

Die Mitgliedschaft bei EUROPEN steht Herstellern von Verpackungsmaterialien, Verpackungsdesignern, Verpackungsherstellern, Verpackungsverwendern, Groß- und Einzelhandelsunternehmen sowie nationalen branchenübergreifenden Industriegruppen mit ähnlichen Zielsetzungen offen.

Julian Carroll ist seit 1993 Geschäftsführer von EUROPEN (European Organization for Packaging and the Environment) und wurde in dieser Zeit zum Sprachrohr der Branche bei Verpackungs- und Umweltthemen in Europa.

Wir fragten ihn, welche für die Verpackungsbranche relevanten Themen in den nächsten Jahren auf der politischen Tagesordnung stehen werden.

Wie lauten die wesentlichen Bestandteile erfolgreicher Verpackungsrichtlinien? Und was können wir von der europäischen und nationalen Politik in den nächsten Jahren erwarten?

Eine gute Verpackung verringert die Abfallmenge und ermöglicht die zentralisierte Verarbeitung und den zentralisierten Vertrieb von Produkten. Die richtige Verpackung sorgt dafür, dass den Verbrauchern sichere, hygienische und unbeschädigte Produkte zur Verfügung stehen und ermöglicht ihnen so, einen gewissen Lebensstandard zu halten.

Die Verpackung rückt aufgrund der zunehmenden Bedeutung der Nachhaltigkeit wieder in den Fokus. Momentan stehen auf europäischer Ebene keine großen Änderungen der gesetzlichen Vorschriften an. Jedoch könnte dies auf nationaler Ebene erfolgen – allein aufgrund der hohen Bedeutung der Branche. Wir sollten unsere Anstrengungen vergrößern, der Politik den unverzichtbaren Nutzen von Verpackungen und deren Beitrag zu einer nachhaltigen Gesellschaft zu vermitteln, damit sie erkennt, dass Verpackungen kein Teil des Problems, sondern Teil der Lösung sind.
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Verpackungsstahl – in Europa führend im Recycling

08 / 2010

71% der Weißblechverpackungen wurden 2008 recycelt

recycling der wichtigsten verpackungwerstoffeBereits 2001 übertraf Verpackungsstahl die Ziele der EU für das Recycling von Metallverpackungen1. Seither nimmt die Recyclingrate von Weißblech kontinuierlich zu – ein Ergebnis der umfangreichen Anstrengungen der Stahlindustrie, ihren Beitrag zur Entlastung der Umwelt zu leisten und nachhaltige Verpackungslösungen zu entwickeln.

2008 wuchs die Recyclingrate von Weißblech noch weiter an. Der Zuwachs lag zwei Prozentpunkte über der Rate des Vorjahres. Die europäische Recyclingrate von 71%2 entspricht etwa 2,6 Millionen Tonnen Lebensmitteldosen, Getränkedosen und anderen Weißblechverpackungen. Hierdurch konnten vier Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Legt man die neuesten Daten zugrunde, so ist die Recyclingrate für Weißblech höher als die anderer Verpackungs-materialien, z. B. Kunststoff, Karton und Glas (29%3, 33%4 und 64%5).

Weißblech-recycling in EuropaUnter den sechs führenden Ländern beim Recycling von Weißblechverpackungen waren 2008 Deutschland, Belgien, die Niederlande, Ungarn, die Schweiz und Österreich. Diese Länder recycelten mehr als 80% ihrer Weißblechverpackungen.
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Markterfolg durch

08 / 2010

Verpackungsstahl

“Die Wahl des richtigen Verpackungsmaterials hat wesentlichen Einfluss auf die Attraktivität und den Erfolg eines Markenartikels.”

Hersteller von Markenartikeln haben heute die Wahl zwischen unzähligen Verpackungsmaterialien. Auf dem umkämpften Markt für Fast Moving Consumer Goods (FMCG-Markt) ist die Produktqualität nicht mehr alleine ausschlaggebend für die Kaufentscheidung der Verbraucher. Convenience, attraktives Verpackungsdesign und ökologische Nachhaltigkeit eines Produkts spielen ebenfalls eine große Rolle. Die Wahl des richtigen Verpackungsmaterials hat wesentlichen Einfluss auf die Attraktivität und den Erfolg eines Markenartikels.

Verpackungsstahl ist ganz besonders geeignet, den Verbrauchern das Markenerlebnis zu verschaffen, das sie erwarten – insbesondere in Bezug auf Nachhaltigkeit. Weißblech weist europaweit seit längerem die höchste Recyclingrate aller Verpackungsmaterialien auf. 2008 lag die Recyclingrate in Europa bei 71% und übertraf damit bei weitem die Rate anderer Verpackungswerkstoffe wie Kunststoff (29%), Getränkekartons (33%) und Glas (64%).

Weißblech ist ein einzigartiges Verpackungsmaterial, das viel mehr bietet als nur Schutz und sichere Haltbarmachung von Lebensmitteln. Kein anderes Material im FMCG-Bereich ist so convenient und gleichzeitig so nachhaltig wie Verpackungsstahl.
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ULCOS

08 / 2010

ein Paradigmenwechsel in der Stahlproduktion


ULCOS ist die Abkürzung für Ultra-Low Carbon Dioxide Steelmaking (Stahlherstellung mit besonders niedrigem CO2-Ausstoß) und steht für einen umfangreichen Ansatz, mit dem die Stahlindustrie dem weltweiten Klimawandel begegnet. Das Programm wurde 2004 ins Leben gerufen, befindet sich mittlerweile in der zweiten Phase und ist auf dem besten Weg, sein ehrgeiziges Ziel zu erreichen – eine Reduktion der CO2-Emissionen in der Stahlproduktion um 50%.

Seit mehr als zwei Jahrzehnten sieht die Stahlindustrie den Klimawandel als eine der größten ökologischen Herausforderungen an. Lange vor den Erkenntnissen des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen (IPCC) – auch als Weltklimarat bekannt – haben die großen Stahlhersteller begriffen, dass langfristige Lösungen zur Reduzierung der bei der Stahlproduktion anfallenden CO2-Emissionen nötig sind.

In der Folge unternahm die Industrie gewaltige Anstrengungen, um den Energieverbrauch und die Emission von Treibhausgasen zu senken. Die CO2-Emissionen pro Tonne Rohstahl liegen inzwischen um 50% unter den Werten von vor 40 Jahren – ein bedeutender Beitrag zur Reduzierung der Klimaauswirkungen der gesamten Industrie. Die besten Stahlwerke bewegen sich bereits nahe an den Limits, die von modernen Stahlproduktionstechnologien vorgegeben werden.

Das bedeutet auch, dass den Stahlherstellern für eine weitere Erhöhung der Energieeffizienz Grenzen gesetzt sind. Nachdem die wichtigsten Energiesparziele bereits erreicht wurden, ist eine weitere spürbare Reduzierung der CO2-Emissionen mit den derzeit verwendeten Technologien nicht möglich. Der von Regierungen und internationalen Gremien geforderte Umfang der Reduzierung setzt die Entwicklung und den Einsatz völlig neuer Produktionstechnologien voraus.
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Recycling in Deutschland

08 / 2010

Quelle: Vanksengroup

Im zweiten Teil unserer Artikelreihe über das Recycling von Verpackungen in den EU-Mitgliedstaaten werfen wir einen Blick auf Deutschland. Seit fast 20 Jahren wird in den deutschen Haushalten Verpackungsabfall getrennt, um Wertstoffe der Wiederverwertung zuführen zu können. 2008 konnte für Weißblechverpackungen eine Rekord-Recyclingrate von 93,6% erreicht werden. Damit ist die Verwertungsquote für gebrauchte Stahlverpackungen um weitere zwei Prozentpunkte gegenüber dem bereits sehr hohen Wert des Vorjahres angestiegen. Gesetzlich gefordert ist eine Rückführungsquote von 70 Prozent, die in Deutschland bereits seit über zehn Jahren mit kontinuierlich weiter gewachsenem Anteil übererfüllt wird.

Heute sind neun duale Systeme zur Sammlung und Wiederverwertung von Verpackungen zugelassen.

20 Jahre Wertstofftrennung im Haushalt

1990 fiel mit Gründung des Grünen Punkts und des Dualen Systems Deutschland durch Unternehmen der Lebensmittel- und Verpackungsindustrie der Startschuss für ein haushaltsnahes Trennen von Verpackungswertstoffen von den Abfällen. Rechtliche Grundlage für dieses System war die 1991 in Kraft getretene Verpackungsverordnung. Erstinverkehrbringer von Verpackungen tragen seitdem die Verantwortung für die Verwertung der von ihnen in Umlauf gebrachten Verpackungen. Heute sind neun duale Systeme zur Sammlung und Wiederverwertung von Verpackungen zugelassen.

Inzwischen trennen über 91% der deutschen Verbraucher ihren Müll, um Rohstoffe zu sparen und Abfälle zu reduzieren, so das Ergebnis einer 2006 durch das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag des Markenverbands durchgeführten repräsentativen Befragung.

Die Trennung von Wertstoffen von den Abfällen läuft in den Haushalten wie folgt ab: Verpackungen aus Metall, Kunststoff und Verbundstoffen werden zuhause in den sogenannten Gelben Sammelsystemen (Tonne oder Sack) entsorgt. Verpackungsglas wird in Altglascontainern, die in den Wohnvierteln aufgestellt sind, entsorgt, Papier und Pappe in Altpapiercontainern. Garten- und Küchenabfälle werden kompostiert. Die übrigen Abfälle werden zuhause in die sogenannte Graue Tonne geworfen.
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Editorial

01 / 2010

Während wir ein neues Europäisches Parlament und eine neue EU-Kommission begrüßen, heißen wir einen neuen Look für Weißblech in Europa willkommen

APEAL ist das Sprachrohr der führenden Weißblechhersteller in Europa. Als Hersteller des europaweit meistrecycelten Werkstoffs und als bedeutender Arbeitgeber in der EU möchten wir mit aktuellen, für die Verpackungsbranche relevanten Themen alte und neue Leser ansprechen.

Vielen von Ihnen werden unsere neue Website und Anzeige bereits aufgefallen sein. In unserer neuen Publikation “Steel for Packaging Update” gehen wir auf die wichtigsten Gesetzgebungen, mit denen die Branche heute konfrontiert ist, auf Industrie-Insights sowie auf die jüngsten Entwicklungen im europäischen Verpackungssektor ein.

Unsere neue Ausgabe bietet für jeden in der Wertschöpfungskette etwas – vom Hersteller von Weißblechverpackungen bis hin zum Verbraucher. Zu den Top-Themen gehören diesmal ein Gespräch mit der ehemaligen Vorsitzenden des Umweltausschusses des Europäischen Parlaments, Caroline Jackson, die ihre Sicht der bevorstehenden Herausforderungen für die EU-Umweltpolitik darlegt, ein Blick auf das integrierte Recycling-System in Belgien, das EU-weit die höchsten Recyclingraten erzielt, sowie ein Bericht darüber, wie die Weißblechindustrie mittels kontinuierlicher Verbesserungen den Innovationsfortschritt erzielt. Anlässlich des 200. Geburtstages der Lebensmitteldose befassen wir uns schließlich mit den einzigartigen Materialvorteilen, die Weißblech zu einer so leistungsfähigen, sicheren, zuverlässigen und nachhaltigen Verpackungslösung für die Zukunft machen.

Anne Starkie-Alves

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In Kürze

01 / 2010

Pfandsystem in Belgien wieder im Gespräch

Die Abfallbeseitigung fällt in Belgien in die Zuständigkeit der drei Regionen – Flandern, Wallonien und Brüssel. Diese verständigten sich 1996 auf ein Kooperationsabkommen, um eine konsequente Umsetzung der Wiederverwertungs- und Recyclingvorgaben der EU-Richtlinie über Verpackungen und Verpackungsabfälle zu gewährleisten. Das Abkommen erlaubt jeder Region, ihre allgemeine Abfallwirtschaftsstrategie selbst festzulegen. Dieser einserseits strukturierte, aber andererseits auch flexible Ansatz hat sich bestens bewährt, so dass Belgien derzeit in Europa bei der Recyclingrate auf Platz 1 liegt.

Ungeachtet dieser Erfolgsstory steht in Wallonien inzwischen jedoch wieder die Idee eines Pfandsystems für Getränkedosen auf der politischen Tagesordnung. Ziel soll dabei die Reduzierung der sog. “wilden” Müllentsorgung (“Littering”) sein. Gestützt auf die Ergebnisse unabhängiger Untersuchungen1 wurde örtlich allerdings bereits der Einwand laut, die Einführung eines solchen Systems könne nicht nur kostspielig sein, sondern auch die bestehenden ganzheitlichen Sammel- und Recyclingsysteme gefährden und sich somit als ökologisch kontraproduktiv erweisen.

Studien zu Pfandsystemen: http://www.apeal.org/en/library/reports-studies

Änderung der französischen Verpackungsbestimmungen

Die jüngste Änderung der französischen Verpackungsbestimmungen – das sog. “Grenelle-Gesetz” – beschränkt das Volumen und das Gewicht von Verpackungen auf das unter Berücksichtigung von “Produktsicherheit, Hygiene und Logistik” erforderliche Minimum. Das wichtige Kriterium der “Verbraucherakzeptanz”, das in der entsprechenden EU-Richtlinie festgeschrieben ist, fehlt allerdings in dem neuen Gesetz. Im Interesse der Verbraucherakzeptanz dürfen z.B. Produkte so verpackt werden, dass sie für den Verbraucher leichter zu heben sind. Der Verzicht auf dieses Kriterium könnte nicht nur für den Verbraucher, sondern auch für Unternehmen nachteilig sein, die ihre Waren EU-weit vertreiben. “Um zu vermeiden, dass Produkte, die in einem EU-Mitgliedstaat hergestellt wurden, in einem anderen womöglich nicht in den Handel gebracht werden dürfen, ist eine harmonisierte EU-Verpackungsgesetzgebung wesentlich”, erklärte Julian Caroll, Geschäftsführer der europäischen Verpackungs- und Umweltorganisation EUROPEN. In einem Schreiben hat EUROPEN die Europäische Kommission daher aufgefordert, ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Frankreich einzuleiten, da die vom französischen Gesetzgeber verabschiedeten Änderungen nach Auffassung der Organisation gegen die Harmonisierungsziele der Verpackungsrichtlinie verstoßen.

Europäische Kommission veröffentlicht Wiederverwertungs- und Recyclingdaten 2007 für Verpackungen und Verpackungsabfall

Aus den von den Mitgliedstaaten bei der Kommission eingereichten Jahresberichten ergibt sich für die EU-15 im Zeitraum von 1998-2007 ein Anstieg der Gesamt-Recyclingrate von 47% auf 60%. Die Menge der Verpackungen, die innerhalb der EU-15 einer endgültigen Entsorgung zugeführt wurde, verringerte sich von 29,2 Mio. t (1998) auf 18,9 Mio. t (2007) – dies entspricht einem Rückgang um 35%. Hieraus wird deutlich, dass eines der Hauptziele der EU-Richtlinie über Verpackungen und Verpackungsabfälle erreicht wurde. Dabei steht Weißblech – laut APEAL – mit einer europaweiten Recyclingrate von 70% im Jahre 2008 bei der stofflichen Verwertung nach wie vor an erster Stelle. Demnach wurden im Jahre 2008 über 2,5 Mio. t Lebensmittel- bzw. Getränkedosen und andere Weißblechgebinde dem Recycling zugeführt, wodurch sich eine CO2-Einsparung von 3,9 Mio. t ergab.

Weitere Informationen:

Europäische Kommission: http://epp.eurostat.ec.europa.eu/portal/page/portal/waste/data/

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Das Interview : Caroline Jackson

01 / 2010

Als Mitglied des Europäischen Parlaments wirkte Caroline Jackson von 1994 bis 2009 maßgeblich an der Erarbeitung wichtiger Teile der EU-Umweltschutzgesetzgebung mit. Zum Start der neuen Legislaturperiode umreißt die ehemalige Vorsitzende des Umweltausschusses hier die anstehenden Herausforderungen für die europäische Umweltpolitik.

Was werden aus Ihrer Sicht die dringlichsten Fragen sein, mit denen sich die neuen Europa-Abgeordneten im Umweltausschuss konfrontiert sehen?

Ich rechne mit einer größeren Zahl von Vorlagen, die sich inhaltlich mit dem Klimawandel und den damit verbundenen Kosten beschäftigen. Das Europäische Parlament dürfte sich verstärkt mit dem Konzept einer EU-CO2-Steuer befassen. Weitere Themen werden die Abfallvermeidung durch verändertes Verpackungsdesign sowie die Minderung des Energieverbrauchs durch

Produktoptimierung sein. Dies sind Themen, die sowohl für die Kommission als auch für die Umweltgruppen und die Industrie von großem Interesse sind. Zugleich dürfte sich der Blick stärker darauf richten, wie wir den Verbraucher zu mehr „Macht“ verhelfen können, indem wir ihm bessere Informationen über die Umweltkosten und –folgen von Produkten an die Hand geben. Auf der Agenda steht aber auch, wie sich gewährleisten lässt, dass bei den Beratungen über die nächsten EU-Erweiterungskandidaten Umweltbelange nicht zu kurz kommen, und schließlich, was noch zusätzlich getan werden muss, damit die in Brüssel verabschiedeten Gesetze in den Mitgliedstaaten einheitlich erfüllt und durchgesetzt werden.

Hinzu kommt eine Reihe neuer und überarbeiteter Vorschläge, mit denen sich die MEPs auseinandersetzen müssen, so z.B. die Möglichkeit einer neuen Richtlinie zu Bioabfällen oder eine Neufassung der Thematischen Strategie zu Abfall und Recycling.

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